Das Wichtigste auf einen Blick
Unterschiede in den Ergebnissen der Haarmineralanalyse zwischen Laboren sind meist auf Probenvorbereitung, Analysemethode, Qualitätskontrolle und Interpretationspraxis zurückzuführen – und nicht auf die HTMA-Methode selbst.
Warum unterscheiden sich HTMA-Ergebnisse manchmal?
Die Haarmineralanalyse (HTMA – Hair Tissue Mineral Analysis) ist eine Labormethode zur Bestimmung ausgewählter Elemente in einer Haarprobe. In der Biomonitoring-Forschung gilt Haar als wertvolles biologisches Material, da es eine langfristige Exposition gegenüber bestimmten Mineralstoffen und Umweltelementen widerspiegeln kann.
Gleichzeitig können HTMA-Ergebnisse zwischen Laboren variieren. Das bedeutet nicht automatisch, dass die Methode selbst unzuverlässig ist. In den meisten Fällen entstehen diese Unterschiede durch die Qualität des Laborprozesses, die Art der Probenvorbereitung, die verwendete Analytik und die Standards der Qualitätskontrolle.
Deshalb ist nicht nur die Untersuchung selbst entscheidend, sondern der gesamte Prozess – von der Probenentnahme bis zur abschließenden Interpretation.
Faktoren, die das Ergebnis beeinflussen
Probenentnahme
Die korrekte Entnahme der Haarprobe ist die Grundlage für ein verlässliches Ergebnis. Am häufigsten wird empfohlen, die Probe aus dem Hinterkopfbereich (Okzipitalregion) möglichst nah an der Kopfhaut zu entnehmen.
Wichtige Faktoren sind:
- die richtige Entnahmestelle,
- eine ausreichende Materialmenge,
- das Vermeiden von Kontakt der Probe mit Metall oder Verunreinigungen,
- die korrekte Kennzeichnung des Haaransatzes.
Eine unsachgemäße Entnahme kann die Reproduzierbarkeit der Analyse verringern.
Reinigung der Probe
Einer der wichtigsten Laborschritte ist die Entfernung äußerer Verunreinigungen aus der Probe. Haare können enthalten:
- Staub,
- Rückstände von Kosmetika,
- Umweltpartikel,
- mineralische Ablagerungen aus Wasser.
Zu intensives Waschen kann Elemente teilweise aus dem Haar auswaschen, während zu sanftes Waschen Verunreinigungen zurücklassen kann. Deshalb sollte das Labor ein standardisiertes Probenvorbereitungsprotokoll anwenden.

Haarlänge
Bei HTMA wird meist ein Haarsegment von 1,5–3 cm ab der Haarwurzel analysiert. Dieser Abschnitt entspricht in der Regel den letzten Wochen oder Monaten des Haarwachstums.
Wenn Labore unterschiedliche Haarlängen analysieren, können die Ergebnisse schwer vergleichbar sein, da weiter von der Kopfhaut entfernte Haarabschnitte stärker Umwelteinflüssen ausgesetzt sind.
Haarfärbung und chemische Behandlungen
Färben, Blondieren, Dauerwellen oder intensive Stylings können die Zusammensetzung der Probe beeinflussen.
Chemische Behandlungen können:
- die Haarstruktur verändern,
- die Porosität erhöhen,
- die Konzentration bestimmter Elemente beeinflussen.
Deshalb sollte ein seriöses Labor klare Hinweise zur Probenvorbereitung geben und diese Faktoren bei der Beurteilung berücksichtigen.
Analytische Methode: ICP-OES vs. ICP-MS
Die Zuverlässigkeit des Ergebnisses hängt auch von der verwendeten Analysemethode ab.
ICP-OES
ICP-OES (optische Emissionsspektrometrie mit induktiv gekoppeltem Plasma) ist eine der am häufigsten eingesetzten Methoden in der Haarmineralanalyse. Sie ermöglicht die gleichzeitige Bestimmung vieler Elemente und bietet bei korrekter Kalibrierung eine gute Reproduzierbarkeit.
ICP-MS
ICP-MS (Massenspektrometrie mit induktiv gekoppeltem Plasma) zeichnet sich durch eine sehr hohe Empfindlichkeit aus und erlaubt die Messung sehr niedriger Konzentrationen.
In der Praxis können beide Methoden zuverlässig sein, wenn:
- das Labor validierte Verfahren anwendet,
- die Geräte regelmäßig gewartet werden,
- ein funktionierendes Qualitätskontrollsystem vorhanden ist.
Der Name der Technologie allein entscheidet nicht über die Qualität des Ergebnisses – entscheidend ist der Gesamtstandard des Labors
Gerätekalibrierung und Qualitätssicherung (QA)
Einer der wichtigsten Faktoren für die Zuverlässigkeit von HTMA ist das Qualitätssicherungssystem.
Ein seriöses Labor sollte Folgendes einsetzen:
- regelmäßige Gerätekalibrierung,
- Kontrollproben,
- Validierungsverfahren,
- reproduzierbare Laborprotokolle,
- interne und externe Qualitätstests.
QA-Standards haben den größten Einfluss auf die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse.
Für Labore, die HTMA durchführen, ist Erfahrung im Umgang mit biologischem Material wie Haar besonders wichtig, da Haar eine strenge Prozessstandardisierung erfordert.
Im Labor Mineralco wird die Analyse biologischen Materials, einschließlich Haaren, auf Grundlage standardisierter Probenvorbereitungsverfahren, Qualitätskontrollsysteme und validierter ICP-OES-Methoden durchgeführt. Dieser Ansatz verbessert die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse und erhöht den Informationswert der Untersuchung.
Bedeutung der Interpretation
HTMA ist kein diagnostischer Test zur Erkennung von Krankheiten. Es ist ein Instrument des Biomonitorings und der Beurteilung mineralischer Trends.
Bei der Interpretation der Ergebnisse sollten berücksichtigt werden:
- Lebensstil,
- Ernährung,
- Nahrungsergänzung,
- Umweltexposition,
- Gesundheitsgeschichte.
Der häufigste Fehler besteht darin, Schlussfolgerungen allein aus einem einzelnen Element zu ziehen, ohne Verhältnisse und Kontext zu berücksichtigen.
In der Praxis sind meist wichtiger:
- Beziehungen zwischen den Elementen,
- metabolische Muster,
- Veränderungen im Zeitverlauf.
Wie wählt man ein Labor aus?
Bei der Wahl eines Labors für die Haarmineralanalyse sollte man auf Folgendes achten:
- Erfahrung in der Haaranalyse als biologisches Material,
- die verwendete Analysemethode,
- Wasch- und Probenvorbereitungsverfahren,
- Kalibrierungs- und Qualitätskontrollstandards,
- die Verständlichkeit der Berichte und Informationsmaterialien.
Ein gutes Labor kommuniziert die Grenzen der Untersuchung klar und stellt HTMA nicht als diagnostisches Verfahren dar.
Personen, die sich für den praktischen Ablauf der Haaranalyse, Anleitungen zur Probenentnahme und Informationsmaterialien zur Ergebnisinterpretation interessieren, können die von LifelineDiag bereitgestellten Informationen nutzen.
Häufig gestellte Fragen zu Unterschieden bei HTMA-Ergebnissen
Bedeutet ein unterschiedliches Ergebnis, dass die Haaranalyse unzuverlässig ist?
Nein. In den meisten Fällen beruhen Unterschiede auf Laborverfahren, der Qualität der Probenvorbereitung und der Art der Interpretation.
Ist ICP-OES ausreichend genau?
Ja. Bei korrekter Kalibrierung, Methodenvalidierung und Prozessstandardisierung ist es eine anerkannte Methode zur Multielementanalyse.
Schließen gefärbte Haare eine Untersuchung aus?
Nicht immer, aber das Labor sollte die Regeln zur Probenvorbereitung und die Grenzen der Interpretation klar erläutern.
Zusammenfassung
Unterschiede bei HTMA-Ergebnissen zwischen Laboren entstehen meist durch die Qualität des Prozesses – nicht durch das Prinzip der Haaranalyse selbst.
Die wichtigsten Einflussfaktoren auf die Zuverlässigkeit sind:
- korrekte Probenentnahme,
- standardisierte Probenreinigung,
- geeignete Haarlänge,
- Berücksichtigung chemischer Behandlungen,
- Gerätequalität,
- Qualitätskontrolle,
- verantwortungsvolle Interpretation.
Deshalb ist die Wahl eines erfahrenen Labors entscheidend für den Informationswert der HTMA.
Literatur
- Kempson IM, Lombi E. Hair analysis as a biomonitor for toxicology, disease and health status. Chemical Society Reviews. 2011.
- Seidel S et al. Assessment of commercial laboratories performing hair mineral analysis. JAMA.
- Bass DA et al. Trace element analysis in hair: Factors determining accuracy, precision and reliability.
Die Haarmineralanalyse (HTMA) ist ein funktionelles und edukatives Instrument. Sie ersetzt weder die medizinische Diagnostik noch die ärztliche Beratung.